Die Levermann-Kennzahlen: Bewertung

Die Levermann-Kennzahlen: Bewertung

Die Levermann-Kennzahlen zum Preis einer Aktie sorgen dafür, dass Titel hoher Qualität nicht überteuert gekauft werden. Susann Levermann verwendet hier klassisch das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis), da ein geringes KGV laut Studien in der Vergangenheit zu einer deutlichen Überrendite geführt hat. Auch andere Kennzahlen wie KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis) oder KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) wären denkbar, werden bei der Levermann-Strategie allerdings nicht verwendet.


4. KGV über 5 Jahre

Definition:

Zur Berechnung des KGV über 5 Jahre muss man zunächst den Durchschnitt der EPS-Zahlen (Earnings Per Share, Gewinn pro Aktie) der vergangenen 3 Geschäftsjahre und (als Schätzung) des aktuellen und nächsten Geschäftsjahres bilden. Der aktuelle Kurs wird dann ins Verhältnis zu diesem EPS-Durchschnitt gesetzt.

Bedeutung:

Das KGV über 5 Jahre wird verwendet, um Unternehmen gerecht zu werden, deren Gewinne sich zyklisch entwickeln. Diese sollen nicht dafür abgestraft werden, dass ihre Gewinne in aufeinander folgenden Jahren nicht gleichmäßig ausfallen. Indem der EPS-Durchschnitt ins Verhältnis zum aktuellen Kurs gesetzt wird, wird eine Aussage zum aktuellen Preis einer Aktie im Bezug auf ihren durchschnittlichen Gewinn getroffen. Und genau das ist ja, was wir als Aussage zur Bewertung des Preises benötigen.

Berechnung nach Levermann:

KGV5 = aktueller Kurs, geteilt durch den EPS-Durchschnitt der letzten 3 und (geschätzt) des aktuellen und nächsten Geschäftsjahres

  • +1 Punkt:  0 ≤ KGV5 < 12
  • 0 Punkte: 12 ≤ KGV5 ≤ 16
  • -1 Punkt:   KGV5 > 16 oder KGV5 < 0 oder mind. ein EPS-Wert unbekannt

5. KGV aktuell

Definition:

Das aktuelle/erwartete KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ergibt sich aus dem aktuellen Kurs im Verhältnis zum prognostizierten EPS (Earnings Per Share, Gewinn pro Aktie).

Bedeutung:

Als Preisindikator zeigt das KGV an, ob eine Aktie mit ihrem aktuellen Kurs im Hinblick auf ihren verbuchten bzw. erwarteten Gewinn gerade billig oder teuer ist. Für den DAX gilt als langjähriges Mittel ein durchschnittliches KGV von 15,4. Seine Aussage geht aufgrund der Definition noch weiter: ein KGV von 10 bedeutet beispielsweise, dass man (unter Annahme eines konstanten Gewinns und Ausschluss aller anderen Faktoren) 10 Jahre warten muss, bis man seine Eingangs-Investition verdoppelt hat. Klar, denn der Gewinn steigert direkt den Unternehmenswert (und damit den Aktienkurs). Entsprechend lässt sich auch die von einem Anleger zu erhoffende jährliche Rendite aus dem KGV berechnen: 100% / KGV.

Kleinere KGV sind somit ein Indikator für einen guten Preis, d.h. der Kurs ist relativ gering bei Betrachtung des erwirtschafteten Gewinns. Negative KGV können auch auftreten, wenn negative Gewinne, d.h. Verluste, erwirtschaftet werden. Von solchen Aktien sollte man nach Möglichkeit Abstand halten.

Kritiker führen korrekterweise an, dass dem KGV allein nicht getraut werden kann, da es sich teilweise manipulieren lässt. Auch kommt es relativ schnell zu einer Verzerrung durch Einmaleffekte. Ebenso sagt das KGV wenig über die Qualität eines Unternehmens und dessen aktuelle wirtschaftliche Situation aus. Das ist korrekt, was bei der Levermann-Strategie durch die Einbeziehung der Qualitäts-Kennzahlen allerdings ausgeglichen wird.

Berechnung nach Levermann:

KGV = KGV des aktuellen Jahres, ergibt sich aus: aktueller Kurs / EPS aktuelles Jahr (geschätzt)

  • +1 Punkt:  0 <= KGV < 12
  • 0 Punkte: 12 <= KGV <= 16
  • -1 Punkt:   KGV > 16 oder KGV < 0 oder KGV unbekannt

 

Ich bin quantitativer Investor auf stetiger Suche nach interessanten Investment-Möglichkeiten und Strategien zur Aktienauswahl. Ich bin stets daran interessiert Neues zu lernen und offen für Anregungen. Softwareentwickler, Triathlet, Papa, Suffizient. Dies ist ein privater Blog, ich schreibe hier aus Lust und Spaß an Aktien. Jedwede Information stellt keine Anlageberatung dar, Anlageentscheidungen treffen Sie allein auf eigene Gefahr.

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