Gründe für quantitatives Investieren

Gründe für quantitatives Investieren

Warum ist quantitatives Investieren das von mir präferierte Investment-Vehikel? Hier sind meine Top-Gründe:

1. Eigene psychologische Fehler vermeiden

Zahlen lügen nicht! Und strikt nach der Bewertung eines quantitativen Modells vorzugehen schließt irrationale Fehler aus. Was machen wir z.B., wenn eine Aktie seit ihrem Kauf gefallen ist, das quantitative Modell allerdings ein Signal zum Verkaufen ausweist? Irrational wäre nicht zu verkaufen, um keinen Verlust zu realisieren. Rational ist es, dem Modell zu folgen, wodurch der Verlust in Kauf genommen wird. Allerdings folgt anschließend auch wieder der Kauf eines anderen Titels, welches durch das Modell als vielversprechender erachtet wird. Ziel quantitativer Modelle ist es ja nicht, jedes Mal treffsicher nur Gewinneraktien auszuwählen, sondern mit einem Portfolio an Aktien mittelfristig eine Überrendite zu erreichen. Das schließt auch mit ein, dass einzelne Titel eine deutliche Unterrendite haben werden. Diese sollen allerdings durch andere Titel im Portfolio „ausgemittelt“ werden.

2. Psychologische Fehler anderer nutzen

Wären Märkte rational, so wäre die Börse nicht spannend. Das ständige Auf und Ab entsteht nur durch die Fehler anderer, durch Selbstüberschätzung, zu hohe Erwartungen, Gier, Angst. So entstehen Blasen oder Unterbewertungen, Hypes und Crashes bzw. Rücksetzer. Wir wollen mit einer quantitativen Strategie solche Fehler vermeiden, gleichwohl lassen sich die Fehler anderer zum eigenen Vorteil nutzen. Und so fließen in Methoden wie die Levermann-Strategie auch „weiche Faktoren“ wie Analystenmeinungen, Trendlinien und Reversal-Kennzahlen mit ein, welche die Bewertung anhand „harter Faktoren“ (Bilanz-Kennzahlen, …) ergänzen.

3. Aufwand und Zeit sparen

Fundamentale Analysen auf eigene Faust durchzuführen ist sehr aufwendig. Man muss sich mit einem Unternehmen vertraut machen, muss seine Struktur und sein Marktumfeld verstehen, muss die Entscheidungen des Managements nachvollziehen können, muss sich durch Bilanzen wälzen und die Zukunftsaussichten analysieren. Und erhält am Ende einen fairen Wert des Unternehmens, doch eine verlässliche Vorhersage des Aktienkurses daran ist nicht möglich. Prognosen sind nun einmal schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Und selbst professionelle Analysten liegen zumeist mit ihren Kurszielen daneben. Dass es einen Value-Effekt auf Basis des inneren Wertes eines Unternehmens gibt ist mittlerweile zwar mehrfach belegt, ob dieser innere Wert jedoch bereits im kommenden Monat oder erst in 5 Jahren erreicht werden wird, kann nicht vorhergesagt werden.

Quantitative Analysen können automatisiert von Computern durchgeführt werden. Riesige Aktienuniversen können dabei in Minutenschnelle gescannt und bewertet werden. Und jeder Anwender mit moderaten Excel- oder Programmierkenntnissen kann daran teilhaben. Der Aufwand im Vergleich zu zeitaufwendigen händischen Einzelanalysen ist ungleich geringer. Zeit, die für wichtigere Dinge als Aktienanalyse zur Verfügung steht.

4. Entspannter schlafen

Oje, die Aktie ist um 10% gefallen, die Aussichten sind bitter! Was mach ich denn jetzt? Soll ich verkaufen? Aber ich liebe die Aktie doch so, vielleicht erholt sie sich wieder… Anleger, denen solche Gedanken ständig durch den Kopf gehen, kann quantitatives Investieren die Entspannung zurückbringen und Verlustängste mindern. Am besten sollten alle Informationen zu Einstandskursen oder aktuellen Kursen einfach aus den Gedanken gestrichen werden, Investments sollten zielgerichtet und strikt nach der gewählten quantitativen Strategie erfolgen. Bewährt sich diese, so wird sie auf kurz oder lang für eine Überrendite sorgen, egal ob einzelne Titel temporär fallen oder nicht.

 

Schlussendlich ist es aber vor allem auch eine Typfrage. Passt quantitative Analyse zu dir und deiner Art das Börsengeschehen zu betrachten? Willst du Anlageentscheidungen rationalisieren und dich nicht von deinen Gefühlen leiten lassen? Für mich kann ich diese Frage mit „ja“ beantworten und möchte in diesem Blog jedem Investor Informationen an die Hand geben, nach verschiedenen quantitativen Strategien zu investieren.

Ich bin quantitativer Investor auf stetiger Suche nach interessanten Investment-Möglichkeiten und Strategien zur Aktienauswahl. Ich bin stets daran interessiert Neues zu lernen und offen für Anregungen. Softwareentwickler, Triathlet, Papa, Suffizient. Dies ist ein privater Blog, ich schreibe hier aus Lust und Spaß an Aktien. Jedwede Information stellt keine Anlageberatung dar, Anlageentscheidungen treffen Sie allein auf eigene Gefahr.

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